Sport-Welt Stallparade 
 
Die Sport-Welt Stallparade 2013, Autor: Wolfgang Kanzler.
 
 
Im Krefelder Stadtwald wurden schon zahlreiche Galopper von Erika Mäder erfolgreich für Gruppe- oder Listenrennen vorbereitet. Allen voran natürlich Ransom O‘War, der zum Gruppe-I-Sieger geformt wurde und den Großen Dallmayr Preis in München gewann, nachdem er im Derby unglücklich geschlagen Zweiter wurde. Neben Ransom O‘War avancierte auch Faberger aus Krefeld zum Gruppe-I-Gewinner, siegte in einem hoch dotierten Meilenrennen in Italien. Neben diesen zwei Champions sind in erster Linie Tres Heureux, ältester in Deutschland vorbereiteter Gruppesieger aller Zeiten, und der eisenharte Oldie Up And Away, der bei 84 Starts 17 Rennen gewann, in der Erfolgsbilanz zu nennen.

Unterstützung aus der eigenen Familie erhält die Trainerin vor allem von ihrem Ehemann Lutz Mäder. Der ehemalige Spitzenjockey, der unter anderem das Deutsche Derby mit Lebos gewann, steigt noch heute jeden Tag in den Sattel. Doch Lutz Mäder ist nur eine von vielen Säulen des erfahrenen Teams, das es sich zum Ziel gesetzt hat, für jedes Pferd die perfekte individuelle Betreuung zu gewährleisten. In erster Linie denkt die Trainerin da an Ute Thiele, die Futtermeisterin, die ab und zu auch auf Reisen mitfährt.

Der Rennstall verfügt über die neuesten Laser- und Massage-Geräte sowie ein Solarium, während im Außenbereich eine große überdachte Reitbahn sowie kilometerlange Reitwege im Wald für Abwechslung zum normalen Training auf der Rennbahn dienen.

Bei den Reitern greift Erika Mäder gerne auf Steffi Hofer, Jozef Bojko, Andrasch Starke und Alexander Pietsch zurück. Große Stücke hält sie vor allem auf Bayarsaikhan Ganbat: „Der reitet sehr schön nach Order, macht wenig Fehler und hat diesen gewissen Instinkt. So etwas sieht man selten!“

An die großen Erfolge möchte Erika Mäder natürlich gerne wieder anknüpfen: „Wir haben in diesem Jahr sehr hoffnungsvollen Nachwuchs im Lot. Gerade Se Gray, der Dritte aus dem Zukunfts-Rennen, scheint sich als etwas ganz Besonderes zu entpuppen.“ Einen lang gehegten Wunsch gesteht die Trainerin bei der Stallparade: „Mein Traum wäre es, einmal im Leben die Goldene Peitsche zu gewinnen, denn ich mag unheimlich gerne Flieger.“ Aber auch der Hindernissport kommt bei ihr keineswegs zu kurz: „Dafür schlug schon immer mein Herz“, gesteht sie. Weniger positiv gestimmt ist sie darüber, dass der Verband der Trainer- und Jockeyvereinigung, dessen Präsidentin Erika Mäder ist, keine Lobby besitzt: „Wir haben im Grunde genommen keine Stimme, es wird alles über unseren Kopf entschieden.“

Guter Boden, 1000 Meter und keinen Deut mehr, das sind die Perspektiven für Matchday, die zwar 2012 sieglos blieb, aber in Hoppegarten als Vierte gegen sehr gute Flieger eine starke Vorstellung zeigte. „Sie besitzt leider hierzulande nur wenige Startmöglichkeiten, daher sind auch Starts in Italien geplant. Das Ziel für Matchday ist eindeutig: Black Type. Das wird sie auch schaffen“, ist Erika Mäder überzeugt.

Die Qualifikation für die Zucht hat Eleona bereits am Tag des Winterfavoriten in Düsseldorf erreicht. „Sie stammt aus einer ganz späten Familie und ist kerngesund. Eleona hat noch einmal ausgelegt, geht fast schon als Hengst durch.“ Die Tochter der Evry läuft auf dem Düsseldorfer Grafenberg mit Steffi Hofer ihre besten Rennen, wobei der Boden ruhig schwer sein darf. Daher wird es für sie auch schon im Frühjahr zeitig losgehen.

Die Stallgefährtin First Beauty kann da bislang noch nicht mithalten, mag im Gegensatz zu Eleona auch kein schweres Geläuf. Das hat man in Neuss auf der Sandbahn beim letzten Jahresstart bereits erkennen können. „In Baden lief sie als Fünfte beim ersten Start sehr gut, dann musste sie in Halle großen Startverlust kompensieren“, erklärt die Trainerin die schwankende Formkurve.

„Das ist unser Opi“, so wird der achtjährige Feather Cloud vorgestellt. Er laborierte an den Fesselköpfen, setzte danach mit dem Training aus und könnte bald einen Platz als Reitpferd bekommen.

Sein Bruder Feather Storm ist dagegen gesund und einsatzbereit. Er kann Sand und Gras.

Durch eine leichte Verletzung kam Centum seit Juli nicht mehr an den Start, galoppiert jetzt aber wieder frisch und munter und „wird seinem Besitzer noch viel Freude bereiten“, ist die Krefelder Trainerin überzeugt.

Das konnte Roswitha Sturm im Falle des einstigen Derby-Starters Hoseo inzwischen auf jeden Fall. Der Königstiger-Sohn stammt von der Hosea ab und ist von Hause aus als spätreif zu bezeichnen. Gerade mit Bayarsaikhan Ganbat kommt der auf guten Boden angewiesene Hoseo bestens zurecht. „Der Junge hat bei ihm den Knopf gefunden, das Pferd kann mindestens Ausgleich III“, so die Aussage.

Auf abgetrocknetes Geläuf ist auch Kuno’s Ritter angewiesen, der in Dortmund bei passenden Bedingungen ein feines Rennen lief und im Frühjahr als Reitpferd dienen soll.

Einen Einstand nach Maß gab bei ersten Dortmunder Renntag Belmondo, der im späten Frühjahr von Wido Neuroth nach Krefeld kam. „Er litt unter Beinproblemen, sollte zweimal bei uns laufen und dann wieder nach Norwegen zurückkehren. Dann ging er jedoch lahm, wurde erfolgreich behandelt und blieb dann bei uns. Belmondo ist jetzt schmerzfrei, kann laufen und sollte einiges nachholen können“, freut sich Erika Mäder auf die weitere Route des Vierjährigen, der am vergangenen Sonntag mit hohem Gewicht gleich seinen Sieg bestätigte.

Auch bei Top Tip sind die Zukunftsaussichten durchaus ähnlich. Der Fuchs kam von Andreas Wöhler in den Stadtwald, wurde von Tierarzt Jan Carlos Merkt erfolgreich behandelt, da er oft lahm ging. „Er sieht absolut blendend aus“, ist die Betreuerin begeistert.

Als junges Pferd befand sich Dreamworks bei Peter Schiergen, stand dort auch bis zu einer Verletzung hoch im Kurs. „Wir werden in rund zwei Wochen wieder mit ihm zu traben beginnen. Der Stall Tollmannshof wird an dem Vierjährigen sicher viel Freude haben“, glaubt Erika Mäder.

Beim Derby-Jahrgang ruhen die meisten Hoffnungen natürlich auf Se Gray, der gleich bei seinem Debüt in Hoppegarten gewinnen konnte und diese Vorstellung als Dritter im Belmondo Zukunfts-Rennen auf Gruppe III-Ebene noch mächtig steigerte. In Iffezheim war der Schimmel dabei nur von dem Sheikh-Schützling Avaar und Penelopa geschlagen. „Das ist ein extrem schnelles Pferd, das mit viel Speed ausgestattet ist. Die Meile ist allerdings die Grenze für Se Gray, der sehr gut überwintert hat. Ich werde mit dem Besitzer, dem früher auch Egon gehörte, die weitere Route besprechen. Ein erstes größeres Ziel könnte durchaus das Mehl-Mülhens-Rennen in Köln sein“, glaubt Erika Mäder.

Kreuz As ist das dritte Familienpferd und „ein Ass auf beiden Gebieten“, wie Erika Mäder betont. Nach ein oder zwei Starts auf der Flachen wird der mit viel Talent über die Sprünge ausgestattete Fuchs Ende April sein Debüt auf der Hürdenbahn geben.

Noch nicht am Start war bis jetzt Queensberry, die sich sehr schön weiterentwickelt hat. Da die Mutter der dreijährigen Stute nicht mehr lebt, soll Queensberry später in die Zucht wechseln. Eher klein ist Nuadu, der erst spät zum Training in den Stadtwald einrückte. Der freche Kerl ist inzwischen aber gewachsen und stärker geworden.

Einen unglücklichen Einstand gab Nobility im August in Bremen. „Sie kam erst auf letzten zweihundert Metern nicht mehr weiter, stand dann förmlich still, kommt wohl nur bis 1200 Meter. Bereits ihr Vater Three Valleys war ein Flieger. Vielleicht kommt Nobility mit zunehmender Reife auch über etwas weitere Wege“, hofft ihre Trainerin, die große Stücke auf die Stute hält.

Fünf Zweijährige werden in diesem Stall in Krefeld vorbereitet und Nemesis hat sich als eine tolle Stute entwickelt, die groß und stark ist. Die Dashing Blade-Tochter, der Deckhengst steht dank Faberger hier hoch im Kurs, kam noch einmal mächtig in die Entwicklung.

In der zweiten Saisonhälfte geht es eventuell für Breathtaking los. Die große, stabile Stute soll später eingesprungen werden.

Sehr gut eingelebt hat sich bereits Elsie’s Pride, der aus Frankreich in die Samt- und Seidestadt kam. Der Fuchs besitzt sehr schöne Bewegungen, ist zwar sehr groß, soll trotzdem aber in dieser Saison bereits an den Start kommen.

Dagegen ist My Best noch einmal in die Entwicklung gekommen und wird kein frühes Semester sein. „Sie macht aber alles, was man von ihr verlangt, mit viel Eifer. Sie gehört meinem Mann Lutz“, sagt Erika Mäder, die zum Schluss der Stallparade Capichera vorstellt: „Die Zweijährige steht bei uns und bei ihrem Züchter hoch im Kurs. Kein Wunder bei dieser Abstammung!“ Der Vater Shirocco war immerhin war Derbysieger und die Mutter Centaine brachte die hier im Stall bestens bewährte Cliffrose, die den Sachsen-Preis in Dresden gewinnen konnte und Zweite im Fährhofer-Stutenpreis auf Gruppe-II-Ebene in Hamburg wurde. Auch der Halbbruder Calrissian erwies sich über Fliegerdistanzen als ein absoluter Könner.
 
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